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Schwarzwälder Bollenhut

Schwarzwälder Bollenhut

Der Schwarzwälder Bollenhut gilt weltweit als Markenzeichen für Brauchtum und Tradition in der Urlaubsregion Schwarzwald. Allerdings gehört der Bollenhut zur lokalen Tracht dreier Gemeinden im Kinzigtal.

 

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Die geschichtliche Entstehung des Bollenhuts

Als Geburtsstunde des Bollenhuts gilt der 01.01.1797. In einem Schreiben ordnete Herzog Friedrich Eugen von Württemberg die Herstellung von Strohhüten an. So wollte er die Armut in drei Gemeinden Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach des Kinzigtals bekämpfen. Seit 1800 wird die Bollenhut-Tracht in diesen Gemeinden den evangelischen Frauen, die seit 1534 zum Herzogtum Württemberg gehörten. Die ersten Strohhüte stellten noch ein Strohgeflecht mit 14 aufgemalten roten oder schwarzen Kreisen dar. Erst 20 Jahre später entstanden die flauschigen Wollbollen, die im Laufe des 19. Jahrhunderts immer größer wurden. Großherzogin Luise von Baden trug in den 1860er Jahren während ihrer Besuche im Schwarzwald einen Bollenhut, was ihn populär machte. Vor allem durch die Heimatfilme der 1950/60er Jahre, vor allem durch den Film „Schwarzwaldmädel“ (1950) erlangte der Bollenhut Bekanntheit. Er wird heute als schützenswertes Kulturgut gepflegt, jedoch seit der Bismarck-Ära immer weniger getragen. Seine Herstellung erfolgt bis heute noch per Hand durch Bollenhutmacherinnen, von denen es nur noch wenige gibt.

Die Verwendung des Bollenhuts

Der Bollenhut wird im Kinzigtal aus Tradition grundsätzlich von den einheimischen Frauen der benachbarten Schwarzwalddörfer Gutach, Kirnbach und Hornberg-Reichenbach getragen. Der Bollenhut ist Bestandteil der lokalen Tracht. Er wird an Fest- und Feiertagen (z. B. Konfirmation, Hochzeit, Auferstehungsfeier am Ostersonntag, Erntedankfest), sowie bei Brauchtumgsveranstaltungen getragen. Frauen, die unverheiratet sind, tragen ab ihrer Konfirmation bis zur Hochzeit Strohhüte mit roten Bollen. Frauen, die verheiratet sind, Strohhüte mit schwarzen Bollen. Der Bollenhut wird in der Regel von Generation zu Generation weitervererbt. Seine Herstellung erfolgt traditionell grundsätzlich per Hand und ist zeitintensiv und aufwendig.

Die Herstellung des Bollenhuts

Der Schwarzwälder Bollenhut wird ausschließlich in handwerklicher Bastelarbeit hergestellt. Um die Bollen herzustellen wird Wolle um eine runde Kartonscheibe gewickelt, in deren Mitte sich ein Loch befindet. Anschließend wird die Wolle am Kartonrand aufgeschnitten und die Wollfäden in der Mitte zusammengebunden. Für einen Wollhut werden insgesamt bis zu zwei Kilogramm Wolle verwendet. Für den Strohhut wird ein Rohling zunächst mit Holzleim bestrichen und einen Tag lang auf einer Form getrocknet. Anschließend wird der Rohling zur Stabilisierung mit einer Gipsschicht versehen und erneut zum Trocknen auf die Form gelegt. Nach etwa zwei Stunden wird nachkorrigiert, da sich der Rohling durch die Feuchtigkeit verziehen kann. Im nächsten Schritt werden zunächst drei ovale Wollbollen mit der Hand in der Mitte des Strohhuts aufgenäht. Anschließend werden elf runde Wollbollen kreuzweise auf dem Strohhut befestigt. Zum Schluss erhalten die Bollen einen Facettenschnitt. Das Aufnähen aller Wollbollen dauert insgesamt zwei bis drei Stunden. Ungefähr eine Woche dauert es, bis der Bollenhut fertig ist.

Die Bollenhut-Tracht

Die Bollenhut-Tracht ist eine von etwa 120 Trachten im Schwarzwald. Sie wird ausschließlich von den einheimischen Frauen in den drei evangelischen Gemeinden des Kinzigtals getragen. Traditionell tragen die Frauen unter dem Strohhut eine schwarze Haube, die unter dem Kinn gebunden ist. Zur Bollenhut-Tracht gehört ein schwarzer, faltenreicher Rock aus Leinen und Wolle (= Wiefelrock), einen dicken roten Unterrock sowie eine schwarze Seidenschürze. Die weiße Bluse ist mit weiten, spitzenverzierten Puffärmeln versehen. Das schwarze Samtmieder ist mit eingestickten Blümchen bunt verziert. Ein Goller verdeckt den viereckigen Halsausschnitt und ist mit Flitter besetzt. An kühlen Tagen wird ein schwarzes Jäckchen (= Tschoben) getragen, das bis zur Taille reicht. Es besteht aus einem Seiden- oder Wollstoff und ist stets rotgefüttert. Abgerundet wird die Bollenhut-Tracht durch weiße, handgestrickte Angorastrümpfe (= Hasenhärenen) und flache, schwarze Schuhe.

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